AIKIDO

 

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Was ist Aikido?

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Kampfsportarten trainiert man miteinander - nicht gegeneinander. AIKIDO setzt nicht Kraft gegen Kraft. Es gibt weder Schläge noch Tritte. Man nimmt die Energie eines Angreifers auf, um sie für eine gemeinsame weitere Bewegung zu nutzen. Es gibt auch keinen Wettkampf. Dadurch konnte der ursprünglichen Charakter einer anspruchsvollen Kampfkunst weitgehend erhalten bleiben.

 

AIKIDO eignet sich für Männer und für Frauen jeden Alters gleicher maßen.

 

Die Übungseinheiten bestehen zum überwiegenden Teil aus Kata-Geiko: Die Rollen für Angreifer und Verteidiger sowie die Techniken sind festgelegt. Erst als fortgeschrittener Aikidoka beginnt man, sich langsam "frei" zu bewegen. Dabei werden im Wesentlichen folgende Prinzipien verwendet:
1. irimi (Eintreten)
2. tenkan (Drehen / Vorbeilassen)
3. nage (Werfen)
4. katame (Festhalten)
Maßgeblich unterstützt von kokyu, der Atemkraft.

 

Regelmäßiges AIKIDO-Training verbessert die Beweglichkeit, Koordination, Konzentration, Aufmerksamkeit und insgesamt das allgemeine Wohlbefinden.

 

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Wie entstand Aikido?

 

Ueshiba Morihei O-Sensei wurde am 14. Dezember 1883 in Tanabe, einem kleinen Städtchen bei Osaka, geboren. Er lernte in seiner Jugend diverse Kampfkünste und errang hohe Dan-Grade in namhaften Budo-Disziplinen.

1890 - Zen, konfuzianische Klassiker in der Shiongon Schule bei Meister Mitsujo Fujimoto
1901 - Ju-jutsu in der Kito Schule bei Meister Tokusaburo Tojawa
1903 - Ken-jutsu in der Yagyu-ryu (Goto-Stil) bei Meister Masakatsu Nakai
1911 - Aiki-jutsu in der Daito-Ryu bei Meister Sogaku Takeda
1922 - Ju-jutsu und Ken-jutsu in der Shinkage-Schule
1924 - Jo-Jutsu
1930 - Gründung des Aikikai Honbu Dojo in Tokyo
1933 - Präsident der Gesellschaft zur Förderung Japanischer Kampfkünste

 

Entscheidend war für ihn die Begegnung mit der Verteidigungsform des Daito-Ryu-Aiki-Jutsu. Diese damals der Öffentlichkeit nicht zugängliche Verteidigungskunst, die über Jahrhunderte hinweg nur innerhalb berühmter Samuraifamilien weitervererbt worden war, erlernte Ueshiba in der Abgeschiedenheit des ländlichen Dojos von Sogaku Takeda Sensei auf Hokkaido. Ueshiba wurde mit diesen Techniken berühmt als Bezwinger großer Budo-Kämpfer aller Disziplinen. Später modifizierte der die Techniken des Daito-Ryu und verknüpfte sie mit anderen Stilrichtungen, wie der Yagyu-ryu. Daraus entwickelte er nach und nach ein eigenes System mit der Bezeichnung "Aiki-Budo"

 

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Weitere Entwicklung

 

Während des 2. Weltkrieges wandelte sich sein Stil und seine Ideologie. Ueshiba zog sich daher 1942 mit ein paar Schülern aus der Öffentlichkeit zurück und gründete ein Dojo auf dem Land, in Iwama (Ibaragi Präfektur). In den folgenden Jahren der Abgeschiedenheit und des harten Trainings entwickelte er seine neuen Techniken immer weiter und gab ihnen letztlich den Namen AIKIDO. Während eine wörtlichen Übersetzung von AIKIDO ungefähr "Weg der konrollierten universellen Energie" sein könnte, sind die in "AIKIDO" vorkommenden Begriffe und Schriftzeichen in Wirklichkeit durch Ueshiba Morihei mit vielfältigen Interpretationen belegt worden. Das erklärt auch die vielen unterschiedlichen und oft falschen Übersetzungen. Bspw. wird "Ai" oft mit "Liebe" oder "Harmonie" anstatt mit "innerer Friede" bzw. "Kontrolle" übersetzt.

 

Ueshiba Morihei O-Sensei (O-Sensei = "altehrwürdiger Lehrer" ) starb am 26. April 1969 im Alter von 86 Jahren. Bis kurz vor seinem Tod hatte er noch AIKIDO praktiziert und unterrichtet. Seine Arbeit und die Leitung des Hombu Dojo, der Zentrale des AIKIDO in Tokyo, wurde anschließend von seinem Sohn Ueshiba Kisshomaru (2nd Doshu) fortgesetzt und nach dessen Tod 1999 vom Enkel Ueshiba Moriteru (3rd Doshu). Viele der damaligen Schüler von Morihei Ueshiba O-Sensei unterrichten heute in allen Teilen der Welt und sind das lebendige Vermächtnis des Aikido- Begründers.

 

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Die Waffen des Aikido

 

Nachdem sich Ueshiba Morihei O-Sensei 1942 aus seinem Dojo in Tokyo zurückgezogen hat und nach Iwama zog, begann er verstärkt mit dem Unterrichten von Stock (Aiki-Jo) und Schwert (Aiki-Ken). Das Iwama-Dojo wurde oft von Lehrern des Kashima Shinto Ryu besucht, die dort die Grundlagen ihrer traditonellen Schwertkunst lehrten. Auch das Shinkage-ryu, das Ueshiba bei Takeda Sogaku erlernt hatte, dürfte großen Einfluß auf seine späteren Stock- und Schwerttechniken gehabt haben. Als die US-Amerikaner nach dem Krieg den Schwertkampf verboten, konnte Ueshiba durch die Abgeschiedenheit seines Dojos als einer von wenigen Meistern die japanische Schwerttradition ungehindert fortführen.

 

Ueshiba O-Sensei unterrichtete Aiki-Ken und Aiki-Jo in Iwama nur wärend des morgentlichen Trainings. Die meisten seiner Schüler, die tagsüber in Tokyo arbeiten mußten, kamen aber erst zum Abendtraining nach Iwama und lernten "nur" das waffenlose Aikido. Außerhalb von Iwama zeigte O-Sensei seine Waffenkünste nur bei Aikido-Demonstrationen. Er unterrichtete es nur sehr selten. Daher wird in einigen Schulen das Waffentraining heute gar nicht mehr oder nur am Rande gelehrt. Wir bieten es in Extra-Stunden an, so daß jeder, ganz nach eigenem Geschmack, Aikido ohne Waffen oder mit Waffen erlernen kann.

 

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