IAIDO - Die Kunst das Schwert zu ziehen (oder: der Weg ständiger Aufmerksamkeit)

 

Ende des 19. Jahrhunderts verbot Kaiser Meiji den Stand der Samurai und das öffentliche Tragen von Schwertern. Danach kam die Entwickelung und Ausübung der Schwertpraktiken fast vollständig zum Erliegen. Es ist u.a. Nakayama Hakudo Hanshi (1869-1958) zu verdanken, daß es zu einem Wiederaufleben der traditionellen Schwertkunst kam. Er führte mehrere historische Schulen unter dem Namen Muso Shinden Ryu zusammen.

 

1932 taucht zum ersten Mal der Begriff IAIDO als Oberbegriff für diese Schwertkünste auf.

 

IAIDO ist von einer Gruppe von Schwertmeistern unterschiedlicher Schulen entworfen worden und ist eine nicht kämpferisch orientierte, physische und vor allem geistige Disziplin, die auf dem durch Regeln (Katas) vorgeschriebenen Gebrauch des traditionellen japanischen Schwertes (Katana) beruht.

 

 

 

Jeder Übende arbeitet allein an der Vervollkommnung seiner Technik, bis der Übende und die Übung eine harmonische Einheit bilden. Das Training ist ein ständiges Bemühen sich ganz auf eine einzige Sache zu Konzentrieren, nämlich das, was man im Augenblick tut. In diesem Fall: die Kata. IAIDO wird im allgemeinen in einem geschlossenen Raum (Dojo) geübt. Zur korrekten Kleidung gehören eine Jacke (Gi), ein etwa vier Meter langer Gürtel (Obi) und ein traditioneller Hosenrock (Hakama). Farbige Gürtel, welche die Graduierung anzeigen, gibt es traditionell nicht. Dies ist eine "moderne Erfindung".

 

Der wichtigste Teil der Ausrüstung ist natürlich das Schwert. Es handelt sich normalerweise um ein stumpfes Übungsschwert, das "Iaito", welches in seinem Äußeren einem echten scharfen Schwert gleicht. Erst nach vielen Jahren Training wird das laito dann durch ein echtes scharfes Schwert ersetzt.

 

Das besondere Merkmal des IAIDO-Trainings besteht darin, daß es keine Schwertkämpfe untereinander gibt: der oder die Gegner sind immer nur gedacht, daher übt jeder für sich allein. Partnerübungen (mit Holzschwert) kommen beim IAIDO seltener vor und dienen vor allem dazu, die tatsächliche Dynamik der Abläufe zu verdeutlichen.

 

 

 

Weitere Entwicklung

 

Während des 2. Weltkrieges wandelte sich sein Stil und seine Ideologie. Ueshiba zog sich daher 1942 mit ein paar Schülern aus der Öffentlichkeit zurück und gründete ein Dojo auf dem Land, in Iwama (Ibaragi Präfektur). In den folgenden Jahren der Abgeschiedenheit und des harten Trainings entwickelte er seine neuen Techniken immer weiter und gab ihnen letztlich den Namen AIKIDO. Während eine wörtlichen Übersetzung von AIKIDO ungefähr "Weg der konrollierten universellen Energie" sein könnte, sind die in "AIKIDO" vorkommenden Begriffe und Schriftzeichen in Wirklichkeit durch Ueshiba Morihei mit vielfältigen Interpretationen belegt worden. Das erklärt auch die vielen unterschiedlichen und oft falschen Übersetzungen. Bspw. wird "Ai" oft mit "Liebe" oder "Harmonie" anstatt mit "innerer Friede" bzw. "Kontrolle" übersetzt.

 

Interessant ist, daß, obwohl es keine historische Verbindung zwischen AIKIDO und IAIDO gibt, es doch mehr als nur Berührungspunkte zwischen den beiden Künsten geben muß. So hatten 3 der 6 Gründungsmitglieder des Seitei-Iai hohe Dan-Grade in AIKIDO und viele hochrangige AIKIDO-Meister trainieren auch IAIDO. Die beiden Kanji- Schriftzeichen "I" (von Iaido) und "Ai" (von Aikido) sind auch als "Ia" lesbar, was in etwa "ganz dasein, dabeisein" bedeutet.

 

Da beim IAIDO mit imaginären Gegner geübt wird, kann man Fehler nur bei sich selber suchen: als ernstgenommene Budokunst führt das IAIDO daher eher zu Selbstkritik, Disziplin und Genauigkeit in der einzelnen Bewegung. Im AIKIDO kann man hingegen schon mal auf die falsche Idee kommen, die eigene Unzulänglichkeiten auf die "Ungeschicklichkeit" des Partners zu schieben. Gesamtheitliche Bewegung, Dynamik und Kreativität treten hier stärker in den Vordergrund.

 

 

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